Bandübersicht

20. - 24. August 2015

Donnerstag, 20. August

19.15 Uhr – BIGGER BANG

Jedem Anfang wohnt, frei nach Hermann Hesse, ein Zauber inne. Stets haben wir GOLDGELB mit einer Oldie-Party eröffnet. Zur Einstimmung, zum Warm-Grooven. Dieser Tradition sehen wir uns weiterhin verpflichtet. Diesmal allerdings tun wir es mit einem riesigen Knall(effekt). Ganz im Sinne eines schwäbischen Automobilherstellers: „Das Beste oder nichts!“ Die größte Rockband aller Zeiten muss es sein: die Rolling Stones. BIGGER BANG aus dem Schwabenland ist eine ganz heiße Stones-Tributeband. Frontmann Uli Heinzle gleicht Mick Jagger wie ein eineiiger Zwilling, nicht nur stimmlich. Und der Rest ist eh klar: Eine Hit-Orgie wird perfekt auf das Sonnenblumen-Festival einstimmen. Bei diesem zauberhaften Anfang würde selbst Keith Richards Fluppe im Mundwinkel in Hab-Acht stehen.

 

Freitag, 21. August

18.00 Uhr – RIDERS CONNECTION

„So geil!“, schwärmt unsere Musikteam-Chefin. Und ihre Teamkollegin jauchzt: „So geil!“ Was so geil ist? Reggae aus Berlin. Nicht nur. Auch Soul und Alternative Pop sind mit eingewoben. Drei Jungs: Aleksej, Moritz und Phillip. Eine Akustikgitarre, dazu unermüdlich Beatbox-Klänge. Mit minimalen Hilfsmitteln kreiert das Trio ein Hör- und Liveerlebnis, das in die Seele der Zuhörer dringt. Ein weiblicher Fan hat RIDERS CONNECTION etwas ins Stammbuch geschrieben, was wir euch nicht vorenthalten wollen. Zitat: „Ein musikalisches Kunstwerk entsteht. Da ist das Ich dann einfach nur noch berührt, entzückt, ja irgendwie verrückt. Ganz verzaubert und bewegt… Purely beautiful!.. Die Art wie ihr den Menschen mit eurer Musik begegnet, darin sehe ich das eigentliche kleine Wunder.“ Aber bevor hier jetzt jemand zu nah am Wasser gebaut hat, beenden wir hier die sprachlichen Ergüsse. Der GOLDGELB-Acker muss nicht unbedingt geflutet werden.

20.45 Uhr – FIRKIN

Vergesst alles, was ihr jemals über Irish Folk gehört habt. Oder Punk. Oder Heavyrock. Hört euch FIRKIN an – und bewertet dann neu. Diese 2008 gegründete Band aus Budapest/Ungarn ist wie ein Bungee-Jump aus 200m Höhe. Wie ein Höllenritt die berüchtigte „Streif“ in Kitzbühl hinunter. Oder wie Vettel-Vollgas auf dem Hungaro-Ring. An Rasanz, an Adrenalinkicks sind ihre Auftritte kaum zu überbieten. Wenn der verrückte Flötist PJ wie Ian Anderson von Jethro Tull einbeinig die Querflöte malträtiert, Gitarrist Baszi wie Thin Lizzy heftige Riffs rausdonnert und die fesche Geigerin Lili wie Vanessa Mae einen „geigt“, dann brennt die Bühne lichterloh. Selbst Wacken konnte sich 2014 ein Bild von diesem crazy Sextett machen. Sagt viel. Nein, eigentlich alles. Also, lasst uns gemeinsam ein „Fässchen“ (englisch: firkin) aufmachen!

 

 

Samstag, 22. August

18.00 Uhr – GRAEME LOCKHART

Ein Schotte macht noch keinen Sommer. So heißt eine launige britische Komödie. Wir können dem Filmtitel nichts abgewinnen. Unser Schotte macht einen Sommer – und was für einen! Graeme Lockhart, geboren in Edinburgh, seit 1998 in München zuhause, wird den GOLDGELB-Sommer zum Strahlen bringen. Mit einer kraftvoll-samtigen Stimme, schnörkellos-ehrlichen Rockern und poetischen Balladen. Und mit diesen räumt Lockhart so nebenbei mit einem Vorurteil auf: dem schottischen Geiz. Können wir bei Lockhart nicht behaupten. Sein „Scottish soul“ quillt über von Lyrik, Melodie, Härte und Sanftmut. Er swingt, wenn er soll. Er rockt, wenn er muss. Lockhart berührt mit Fiddle, Blues und Folk im Stile der Waterboys, er bringt Augen zum Leuchten und lässt die Zeit vergessen. Lockhart: ein Highlander, der Sehnsüchte weckt.

 

 

 

20.45 Uhr – BOPPIN‘ B

Seit 30 Jahren rackern und rocken BOPPIN‘ B sich durchs „Monkey Business“ (englisch für: fauler Zauber, der Titel eines ihrer Alben). Jeden zweiten Tag stehen sie auf irgendeiner Bühne Europas und haben dabei immer noch jede Menge Spaß an der Sache. Wie am ersten Tag. Ihre Schabernack-Sache? Rock’n’Roll! Und Rockabilly. Lebendig, groovig und cool. Das Quintett aus Aschaffenburg um die Gründungsmitglieder Golo Sturm (Gitarre) und Thomas Weiser (Schlagzeug) interpretiert seine Sicht des Rock’n’Roll ohne Scheuklappen. Die Songs strotzen vor Abwechslung, ohne in Beliebigkeit abzudriften. Sie verlassen sich dabei auf Eigenkompositionen im Stile von Little Richard, Chuck Berry, Fats Domino oder Jerry Lee Lewis. Adaptierte Covers hört man nur selten. Was man noch hört: Dass die Herren wissen, was sie tun. Und vor allem: dass sie es lieben. BOPPIN‘ B spielen ihn nicht nur – sie sind Rock’n’Roll!

 

 

 

Sonntag, 23. August

 

 

18.00 Uhr – NOBODY KNOWS

Was lange währt… Schon 2009 hatten wir diese Band (damals war noch ein Mädchen dabei) auf der Rechnung. Aber erst jetzt ist der Funke übergesprungen. Und wir schlagen mit der Klappe gleichzeitig die zweite Fliege. Manch einer kritisiert, GOLDGELB täte zu wenig für das jüngere Publikum. Bitteschön, tun wir was fürs Jungvolk. Pardon, fürs Jungfolk. So nennen sich die fünf Herren von NOBODY KNOWS selbst. Jungfolks einer neuen Generation. JF 2.0 sozusagen. Hier Irish Folk, Polka, Eigenkompositionen, klassische Musik und Weltmusik – dort postmoderne BRD-Folklore und ostokzidentale Rhythmik. Hier lyrische Klassiker à la „Lorelei“ – dort Bach und Brahms. Das kleine Familienunternehmen fiddelt sich quasi-komödiantisch und augenzwinkernd durch ihren multiinstrumentalen Vielerlei-Fundus. Ach ja, und weil das Quintett so gut ist, ist das Honorar zwischen 2009 und 2015 um das Dreifache gestiegen. Naja, wir sind selbst schuld…

 

 

 

 

20.45 Uhr – BOUNCE

„Houston – wir haben ein Problem!“ Wir haben eingangs die Stones als die größte Rockband aller Zeiten tituliert. Einspruch, euer Ehren. Die größte Rockband ist – Bon Jovi! Wie, was, was jetzt? Es kommt auf das Auge des Betrachters an. Was die Tourneen anbelangt, da sind Jon Bon Jovi und seine Mitstreiter aus New Jersey Weltspitze. Keine andere Rockband ist live erfolgreicher. Was das mit GOLDGELB zu tun hat? Nun, BOUNCE ist eine der besten Bon Jovi-Tribute-Bands hierzulande. Wir versprechen euch: Acker-Rock statt Stadion-Rock. Glaubt uns das, wir haben die Band gehört! Zwei Stunden lang krachen Bounce energiegeladen durch so ziemlich alles, was Bon Jovi-Fans hören wollen: „Livin‘ on a Prayer“, „It’s my Life“ oder „Bed of Roses“. Und wenn Sänger Olli Henrich dann gegen Ende das „Hallelujah“ anstimmen sollte, dann brechen auch die männlichsten Herzen aller Herzen. Keep the Faith! P.S. Wer die größte Rockband aller Zeiten ist? Entscheidet selbst.

Montag, 24. August

18.00 Uhr – THE WAKE WOODS

THE WAKE WOODS kennen Aerosmith nicht. Als wir uns zum ersten Male mit Sänger Ingo unterhielten, sagte ihm der Name Steven Tyler nichts. Dabei klingt Ingo Siara wie der charismatische Aerosmith-Frontmann. Und die Band in Teilen auch. Eine kompromisslose Rockband aus Berlin übrigens, mit eigenen Liedern. Eine vierköpfige Garage-Rock-Einheit, die Adrenalin pusht. Ein energetisches Kraftwerk, das von Stromgeneratoren wie Retro- und Prog-Elementen, bluesgetränkten Hooks und kraftstrotzender Stimme angetrieben wird. Mehr Rock im Mischungsverhältnis der Who, The Black Keys oder den Stones geht eigentlich nicht. Okay, abgesehen von Aerosmith. Aber das ist auch eine ganz andere Liga.

20.45 Uhr – TONBANDGERÄT

Sophia und ihre Schwester Isabel, Jakob und Ole sind allesamt Mitte 20. Und nennen sich TONBANDGERÄT. Tonbandgerät? Wissen diese Vertreter der Smartphone- und iPad-Generation eigentlich, was wir in den 70er Jahren mit Magnetbandmaschinen namens Revox, Grundig oder Uher alles anstellten? Egal. Was das Quartett anstellt ist genauso superb: die Zelebration von besonders freundlichem, kontaktfreudigem und nicht zuletzt ehrlichem Pop. Mit Sätzen wie abgeschlossenen Romanen. Indiepop-lastiger Sound als hohe Kunst der Reduktion – was man bei ihrem zweiten Album „Wenn das Feuerwerk landet“ deutlich hört. Die Hamburger folgen dem eigenen Takt, haben das Straucheln zum Spaß erhoben und sprengen Konventionen. Und irgendwie fallen sie aus der Zeit. In der jetzigen Besetzung spielen sie seit drei Jahren zusammen und wollen mit ihrer urbanen Umtriebigkeit Freiheit leben. Unabhängigkeit, auch beim Bundesvision Songcontest teilzunehmen. Und nicht zu gewinnen. Ein Sieg fürs Herz war’s allemal.

Alle Texte: Ingo Weiß Die Texte sind geistiges Eigentum des Verfassers. Kopieren, weiterverwenden etc. sind nur mit Genehmigung des Verfassers möglich.